Tatort Stadion 2 – ein kleines Fazit der Deviants Ultras

Tatort Stadion 2 – ein kleines Fazit der Deviants Ultras
Als wir im Sommer auf die Idee gekommen sind, die Fortsetzung der Tatort Stadion Ausstellung nach Münster zu holen, konnten wir nur Vermutungen anstellen wie diese hier in unserer Stadt angenommen werden würde. Natürlich war es von Anfang an unser Ziel mit dieser Ausstellung nicht nur Leute aus unseren Reihen zu erreichen, sondern auch Menschen ohne Fußballbezug für die Ausstellung zu gewinnen.

Wie wollten wir das erreichen?
Zusammen mit unseren MitorganisatorInnen, der Allgemeine Studierendenausschuss der Fachhochschule Münster (kurz AStA), der Antifaschistischen Bildungsinitiative Münsterland, sowie dem Stadtteilhaus Lorenz Süd und mobim (Mobile Beratung im Regierungsbezirk Münster. Gegen Rechtsextremismus, für Demokratie) versuchten wir neben der Ausstellung verschiedene Themen rund um die Ausstellung in Form von Vorträgen, Workshops und Filmen zu veranschaulichen und attraktiver zu machen. Ein paar Wochen später stand dann glücklicherweise auch das Rahmenprogramm für die dreiwöchige Ausstellungszeit, welche neben einer Eröffnungsgala und dem Ausklang insgesamt mit sechs Vorträgen auftrumpfen konnte. Nachdem schließlich auch noch mit dem SpecOps ein weiterer Ausstellungsort gefunden wurde, via Internetblog und Flyern fleißig Werbung gemacht wurde, raste die Zeit bis zum 18. Oktober auch nur so dahin und die Ausstellung konnte endlich in Münster eröffnet werden. Erfreulicherweise durfte man neben Spielern und Vereinsvertretern unseres Sportclubs insgesamt 70-80 Besucher und Besucherinnen im Lorenz Süd willkommen heißen, darunter auch Thomas Jannßen von BAFF, der die Anwesenden mit einer kurzen Rede begrüßte.

Wie gestalteten sich die Vorträge?
Nach der entspannten Eröffnungsgala folgte am darauf folgenden Mittwoch der erste Vortrag im Lorenz Süd zum Thema: Fußballfans, Ultras und die extreme Rechte. Hier wurden tatsächlich sämtliche Besucherzahlen übertroffen und das Lorenz Süd war mit mehr als 100 Leuten brechend voll. Schön, dass sich auch einige bekannte Gesichter aus dem Preußenstadion diesen Vortrag herausgepickt und vorbeigeschaut haben! Während es ja bereits in der letzten Omertàausgabe einen Bericht über den Vortrag gegeben hat, kann und muss man sicherlich noch einmal erwähnen, dass es möglich war mit verschiedenen Mitgliedern anderer Ultràgruppen über das Thema zu diskutieren und sich in Ruhe auszutauschen. Ganz ohne Stress und ohne Nervereien – auch so kann es gehen liebe Freunde und Freundinnen.
Natürlich wäre es an dieser Stelle zu viel des Guten jeden Vortrag einmal zusammenzufassen und ein extra Fazit zu ziehen. Insgesamt kann man aber sagen, dass das eingangs erwähnte Ziel auf jeden Fall erreicht worden ist und jeweils ganz verschiedene Leute entweder ins Lorenz Süd oder ins SpecOps gelockt werden konnten und die Leute wirkliches Interesse an der entsprechenden Thematik und der Ausstellung gezeigt haben. Egal, ob es um die zahlreichen und verschiedenen Symbole und Codes der Neonaziszene, um Vorratsdatenspeicherung, Sexismus im Fußball oder um Migration ging, konnte man im Nachhinein jedes Mal eine anschließende Diskussion einleiten und sich mit ganz verschiedenen Menschen austauschen. Insgesamt wurden also, je nach Thematik, zwischen 30-100 Leuten (meistens um die 60) erreicht und die Ausstellung somit mit Leben gefüllt. Darüber hinaus konnten mehrere Workshops in das Programm eingebaut werden, die (wenn man dem ausgelegten Gästebuch zur Ausstellung glauben schenken darf) allesamt abwechslungsreich und gut waren. Und das machen wir auch einfach mal.

Was kann man über die Fortsetzung von Tatort Stadion sagen?
Während die Premiere von Tatort Stadion als „1968 für den DFB“ bezeichnet wurde, in über 200 Städten gezeigt und erstmals die Probleme im deutschen Fußball angesprochen hat, hat sich die Fortsetzung den neuen Problemfeldern angepasst und überzeugt textlich sowie bildlich. Nun geht es natürlich immer noch um Diskriminierung, doch wurde dies ausgedehnt und beispielsweise Sexismus und Homophobie in Fußballstadien konkret thematisiert. Hinzu kann man sich auf den 24 Ausstellungstafeln auch über die Aktivitäten von Autonomen Nationalisten und vieles mehr informieren. Abgerundet wird das ganze durch zahlreiches Lese – und Anschauungsmaterial, wo man sich jeweils intensiver mit einem Thema auseinander setzen konnte. Also bleibt hier ein durchweg positives Fazit über Tatort Stadion 2 im Allgemeinen zu ziehen, und den Leuten, die die Ausstellung umgesetzt haben, für ihre Mühe zu danken. Es hat sich wirklich gelohnt.

Tatort Stadion in Münster – was ist unser Fazit?
Die letzten Sätze könnte man theoretisch direkt auch auf das gesamte Fazit für die drei Wochen der Ausstellung in Münster beziehen. Denn, auch wenn es die meisten Leute nur am Rande mitbekommen haben (wenn überhaupt) steckte Unmengen an Arbeit und Zeit darin die Ausstellung nach Münster zu holen und hier umzusetzen. Von der Idee bis zur Umsetzung, von den großen zu den kleinen Problemen, alles musste geplant und geklärt werden. Die Tatsache, dass alles durchweg reibungslos geklappt hat bestätigt hoffentlich diese Mühe. Eine Bestätigung ist es natürlich ebenso, dass es bereits Anfragen von anderen Städten nach unserem Konzept und der Idee gibt, so dass es schön wäre, wenn die Ausstellung verbunden mit einem bunten Rahmenprogramm auch in anderen Städten der Bundesrepublik in Zukunft umgesetzt wird.
Abschließend geht noch ein Dankeschön hinaus an alle Besucher und Besucherinnen der Ausstellung, natürlich für die interessanten Vorträge, somit also an alle ReferentInnen und insbesondere an die MitorganisatorInnen, mit denen man gemeinsam diese drei Wochen umsetzen durfte. Ein letztes Dankeschön geht noch an das Lorenz Süd und das SpecOps für die Unterbringung der Ausstellung!